Der Hase und die Schildkröte.


Vielleicht kennen Sie die Fabel vom Hasen und der Schildkröte. Es ist eine alte Geschichte. Viele hundert Jahre vor Christi Geburt erzählte sie der griechische Dichter Aesop. Und so in etwa lautete sie...


Eine Schildkröte wurde wegen ihrer Langsamkeit von einem Hasen verspottet. Trotzdem wagte sie es, den Hasen zum Wettlauf herauszufordern. Der Hase ließ sich mehr aus Scherz als aus Prahlerei darauf ein.

Es kam der Tag, an dem der Wettlauf stattfinden sollte. Das Ziel wurde festgelegt und beide betraten im gleichen Augenblick die Laufbahn. Die Schildkröte kroch langsam und unermüdlich. Der Hase dagegen legte sich mit mächtigen Srüngen gleich ins Zeug, wollte er den Spott für die Schildkröte doch auf die Spitze treiben. Als der Hase nur noch wenige Schritte vom Ziel entfernt war, setzte er sich schnaufend ins Gras undschlief kurz darauf ein. Die grossen Sprünge hatten ihn nämlich müde gemacht. 

Doch plötzlich sah sich der Hase vom Jubel der Zuschauer geweckt, denn die Schildkröte hatte gerade das Ziel erreicht und gewonnen.

Der Hase musste zugeben, dass das Vertrauen in seine Schnelligkeit ihn so leichsinnig gemacht hatte, dass sogar ein langsames Kriechtier ihn mit Ausdauer besiegen konnte.


Niemand weiss heute, wie Aesops Geschichte im Original ganz genau lautete. Seine Fabel wurden erst viele hundert Jahre später aufgezeichnet. Entsprechend kommt sie in vielen Versionen und Ausschmückungen daher. In Kern aber bleibt sie gleich. Die Selbstüberschätzung und der daraus resultierende Hohn des Hasen sind die wahren Ursachen für seine Niederlage. Das ist die Lehre für den Hörer: Hochmut kommt vor dem Fall. Und sie liefert uns noch eine weitere Einsicht: Eile mit Weile - in der Ruhe liegt die Kraft und Beharrlichkeit wird belohnt.