Momo, oder der Umgang mit Zeit und Geld.

Als Kinder- und Jugendbuch wurde "Momo" zum Welterfolg. Michael Endes Geschichte wurde in nahezu 40 Sprachen übersetzt. Aber auch Millionen Erwachsene haben sich von dieser fantastischen Erzählung fesseln und berühren lassen. Denn in der märchenhaften Geschichte verstecken sich tiefe Wahrheiten, die Momo zu einem wertvollen Lebensbegleiter machen.

 

Zeit und Geld, und darum geht es, sind zwei zeitlose Phänomene, die uns Menschen schon immer "bewegten". Beide sind uns wohl vertraut. Dennoch bleiben sie geheimnisvoll und missverständlich. Sie ziehen uns an und bedrohen uns. Das Geld liess uns moderne Technik entwickeln, mit der sich viel Zeit sparen lässt. Doch die gewonnene Zeit zerrinnt wieder, oft schon bevor wir sie wahrgenommen haben. Manchmal scheint es sogar, als renne sie von Jahr zu Jahr immer schneller. Die Sparwut der Zeitsparer in Momo erinnert an die Hast und den Eifer, von der wir Menschen uns auf der stetigen Suche nach dem richtigen oder besseren Leben nur allzuleicht erfassen und überrollen lassen. Dann aber riskieren wir, uns selbst und die Gegenwart aus dem Blick zu verlieren. Und wie sieht dieses bessere Leben aus? Was, wenn sich der Zweck der hektischen Betriebsamkeit letztlich nur als Fiktion und "leeres" Zahlenspiel entpuppt? Momo hebt den Warnfinger. Sie will, dass wir zu unserer Lebenszeit Sorge tragen. Denn diese kann erfüllt oder leer, geglückt oder unwiederbringlich vertan sein kann.